Industrieroboter Hersteller: KUKA, ABB, FANUC & mehr

Industrieroboter

Alle Industrieroboter-Hersteller im Überblick

Von KUKA über ABB bis FANUC — die führenden Roboterhersteller der Welt, ihre Stärken, Einsatzgebiete und was Sie bei der Auswahl beachten sollten.

Der Markt der Industrieroboter

Der globale Markt für Industrieroboter wächst seit Jahren zweistellig. Laut IFR (International Federation of Robotics) waren 2024 weltweit über 4 Millionen Industrieroboter im Einsatz — Tendenz steigend. Die fünf größten Hersteller — FANUC, ABB, KUKA, Yaskawa und Mitsubishi Electric — dominieren zusammen rund 70 % des Marktes.

Für Unternehmen, die in Robotik investieren wollen, ist die Wahl des richtigen Herstellers eine strategische Entscheidung. Jeder Hersteller hat Stärken in bestimmten Branchen, Anwendungen und Traglastbereichen. Diese Übersicht hilft Ihnen, die Unterschiede zu verstehen und die richtige Wahl zu treffen.

KUKA — Der deutsche Robotik-Pionier

KUKA mit Sitz in Augsburg ist einer der ältesten Roboterhersteller der Welt. 1973 stellte KUKA den FAMULUS vor — den ersten Industrieroboter mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen. Heute gehört KUKA zur chinesischen Midea Group, produziert aber weiterhin in Deutschland.

Stärken: KUKA ist besonders stark in der Automobilindustrie und hat eine sehr intuitive Programmiersprache (KRL — KUKA Robot Language). Die Steuerungen (KR C4, KR C5) gelten als besonders benutzerfreundlich. Die smartPAD-Bedieneinheit ist ergonomisch und ermöglicht auch Einsteigern einen schnellen Zugang.

Produktpalette: Von kleinen Tischrobotern (KR 3 AGILUS, 3 kg Traglast) bis zu Schwerlastrobotern (KR FORTEC, bis 800 kg). Cobots: LBR iiwa und LBR iisy. AMR: KMP Serie für mobile Plattformen.

Typische Branchen: Automobilindustrie, Schweißtechnik, Giesserei, Elektronik, Logistik.

Programmierung: KRL (KUKA Robot Language), WorkVisual, KUKA.Sim für Offline-Programmierung. Wir bieten KUKA-Schulungen für Einsteiger und Fortgeschrittene an.

ABB — Schweizer Präzision für die Welt

ABB Robotics, ein Geschaeftsbereich des schweizerisch-schwedischen Technologiekonzerns ABB, ist einer der weltweit führenden Anbieter von Industrierobotern. Mit dem IRB 6700 hat ABB einen der meistverkauften Industrieroboter aller Zeiten im Programm.

Stärken: ABB ist bekannt für hervorragende Bahngenauigkeit und die leistungsfähige Steuerung OmniCore. Die Programmiersprache RAPID ist eine der mächtigsten im Markt — komplex, aber extrem flexibel. ABB hat eine besondere Stärke in der Lackierung, Montage und Lebensmittelindustrie.

Produktpalette: Knickarmroboter (IRB-Serie, 0,5-800 kg), SCARA-Roboter, Delta-Roboter (FlexPicker), Lackierroboter. Cobots: GoFa und SWIFTI.

Typische Branchen: Automotive, Elektronik, Lebensmittel & Getraenke, Pharma, Metallverarbeitung.

Programmierung: RAPID, RobotStudio für Simulation und Offline-Programmierung. ABB-Schulungen bei ROBTEC verfügbar.

FANUC — Japanische Zuverlässigkeit

FANUC (Factory Automation Numerical Control) ist der weltweit größte Hersteller von Industrierobotern. Das japanische Unternehmen hat über 1 Million Roboter ausgeliefert — mehr als jeder andere Hersteller. Die gelben Roboter sind in praktisch jeder Automobilfabrik der Welt zu finden.

Stärken: Extrem hohe Zuverlässigkeit (MTBF-Werte führend in der Branche), größtes Produktportfolio am Markt, starke CNC- und SPS-Integration. Die R-30iB Plus Steuerung ist ein Industriestandard.

Produktpalette: Über 200 Modelle — von kleinen LR Mate (0,5 kg) bis zum M-2000iA (2.300 kg Traglast, der stärkste Industrieroboter der Welt). Cobots: CRX-Serie (5-25 kg). SCARA, Delta, Palettierroboter.

Typische Branchen: Automotive, Metallverarbeitung, Elektronik, Logistik, Lebensmittel.

Programmierung: TP (Teach Pendant) und KAREL für komplexe Anwendungen. ROBOGUIDE für Simulation. FANUC-Schulungen bei ROBTEC.

Yaskawa / Motoman — Flexibilität aus Japan

Yaskawa Electric aus Japan vermarktet seine Roboter unter der Marke Motoman. Mit dem europaeischen Hauptsitz in Allershausen bei München ist Yaskawa gut im DACH-Raum vertreten. Das Unternehmen hat über 500.000 Roboter weltweit installiert.

Stärken: Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders stark im Schweißen (MIG, MAG, WIG, Plasma). Die YRC1000 Steuerung ist kompakt und leistungsfähig. Yaskawa bietet mit dem Motoman GP-Serie und AR-Serie sehr schnelle und präzise Roboter.

Produktpalette: Knickarmroboter (0,5-800 kg), Schweissroboter, Palettierroboter, SCARA, Delta. Cobots: HC-Serie (10-20 kg).

Typische Branchen: Schweißtechnik, Automotive, Logistik, Lebensmittel, Pharma.

Mitsubishi Electric — Kompakt und präzise

Mitsubishi Electric ist besonders in Asien ein dominierender Roboterhersteller. In Europa ist die Marke vor allem für kompakte, schnelle SCARA-Roboter und kleine Knickarmroboter der MELFA-Serie bekannt.

Stärken: Sehr gute Integration mit Mitsubishi-SPS-Systemen (iQ-R, iQ-F), kompakte Bauform, hohe Geschwindigkeit bei kleinen Traglasten. Ideal für Elektronikfertigung und Montageaufgaben.

Produktpalette: MELFA Knickarmroboter (2-20 kg), SCARA-Roboter (3-20 kg). Cobots: MELFA ASSISTA (5 kg).

Typische Branchen: Elektronik, Halbleiter, Medizintechnik, Montage.

Programmierung: MELFA BASIC, RT ToolBox für Simulation. Mitsubishi-Schulungen bei ROBTEC.

Universal Robots — Der Cobot-Pionier

Universal Robots (UR) aus Daenemark hat den Cobot-Markt praktisch erfunden. Mit der UR-Serie (UR3e, UR5e, UR10e, UR16e, UR20, UR30) hat das Unternehmen kollaborative Roboter salonfähig gemacht. Über 75.000 Cobots wurden weltweit installiert.

Stärken: Extrem einfache Programmierung (Polyscope), riesiges Ökosystem an Peripherie (UR+ Plattform mit 500+ Produkten), schnelle Amortisation (oft unter 12 Monaten). Der UR20 und UR30 erschliessen mit 20 kg und 30 kg Traglast neue Anwendungsfelder.

Typische Anwendungen: Palettieren, Maschinenbestückung, Schweißen, Qualitätsprüfung, Montage, Schrauben.

Mehr zum Thema: Cobots für KMU — der Einstieg in die Automatisierung

Weitere Hersteller

Neben den fünf grossen gibt es zahlreiche weitere Hersteller mit spezialisierten Lösungen:

  • Staeubli — Schweizer Präzision, stark in Cleanroom und Lebensmittel (TX2 Serie)
  • Kawasaki — Grosse Traglasten, Lackierung, Schweißtechnik
  • Epson — SCARA-Spezialist, führend bei kleinen Traglasten
  • Doosan Robotics — Koreanische Cobots, starke Alternative zu UR
  • FRANKA EMIKA — Deutscher Cobot-Hersteller, sehr feinfühlig (Panda)
  • Techman Robot (TM) — Cobots mit integriertem Vision-System
  • Denso — Kleine, extrem schnelle Roboter für Elektronikfertigung
  • Comau — Italienischer Hersteller, stark im Automotive-Bereich
  • Nachi — Japanischer Spezialist für Schweiss- und Lackierroboter

Hersteller im Vergleich

HerstellerHauptsitzTraglast-BereichStärkeCobot-Modell
KUKAAugsburg, DE3-800 kgAutomotive, intuitive ProgrammierungLBR iiwa, LBR iisy
ABBZuerich, CH0,5-800 kgBahngenauigkeit, LackierungGoFa, SWIFTI
FANUCYamanashi, JP0,5-2.300 kgZuverlässigkeit, größtes PortfolioCRX-Serie
YaskawaKitakyushu, JP0,5-800 kgPreis-Leistung, SchweißenHC-Serie
MitsubishiTokio, JP2-20 kgKompakt, SPS-IntegrationMELFA ASSISTA
Universal RobotsOdense, DK3-30 kgEinfachste Programmierung, ÖkosystemUR3e-UR30

Welcher Hersteller passt zu Ihnen?

Wir arbeiten seit über 30 Jahren mit allen führenden Herstellern. Lassen Sie sich kostenlos und herstellerunabhängig beraten.

Häufige Fragen

Welcher Roboterhersteller ist der beste?

Es gibt keinen universell besten Hersteller. FANUC fuehrt bei Zuverlässigkeit und Stückzahlen, KUKA bei Benutzerfreundlichkeit, ABB bei Bahngenauigkeit, und Universal Robots bei der einfachsten Programmierung. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Anwendung, Branche und den vorhandenen Systemen ab.

Was kostet ein Industrieroboter?

Ein Industrieroboter kostet je nach Hersteller, Traglast und Ausstattung zwischen 25.000 und 250.000 EUR (nur Roboter, ohne Peripherie). Eine komplette Roboterzelle mit Greifer, Sicherheitstechnik, Programmierung und Inbetriebnahme liegt typischerweise bei 80.000 bis 500.000 EUR. Cobots starten ab ca. 25.000 EUR.

Kann ich einen gebrauchten Industrieroboter kaufen?

Ja, gebrauchte Industrieroboter sind eine kostengünstige Alternative. Achten Sie auf den Zustand der Getriebe, Motoren und Kabel, die Softwareversion der Steuerung und ob Ersatzteile noch verfügbar sind. Wir beraten Sie gerne beim Kauf eines gebrauchten Roboters.

Gibt es Förderung für Industrieroboter?

Ja, in Deutschland gibt es zahlreiche Förderprogramme: Digitalbonus (Bayern, bis 50.000 EUR), KfW-Kredite, Digital Jetzt und diverse Landesförderprogramme. Details finden Sie in unserem Ratgeber Roboter-Förderung.

Wie lange dauert es, einen Industrieroboter programmieren zu lernen?

In einer 3-taegigen Grundlagenschulung lernen Sie die Bedienung und grundlegende Programmierung eines Industrieroboters. Für komplexe Anwendungen (Bildverarbeitung, Kraft-Moment-Regelung, Mehrroboter-Systeme) sollten Sie mit 2-4 Wochen Einarbeitungszeit rechnen.